Ab Mitte Oktober höre ich ihn wieder, diesen einen Satz: „Das nehme ich mir fürs neue Jahr vor.”
Die Preiserhöhung. Das neue Angebot. Endlich die Freitage frei. Alles landet auf einer Liste, die im Jänner abgearbeitet werden soll. Im Februar ist die Liste dann immer noch da. Nur länger.
Ganz ehrlich: Das ist kein Plan. Das ist ein Aufschub mit schönem Datum.
Der 1. Jänner verändert gar nichts
Wir tun so, als würde ein Datum etwas verändern. Als würdest du am 1. Jänner aufwachen und ein anderes Business haben. Neue Energie, frisches Blatt, alles auf null.
Das passiert nicht. Am 1. Jänner hast du dieselben Kundinnen, dieselben Preise, denselben Kalender und dieselben offenen Entscheidungen wie am 31. Dezember. Nichts ist frisch. Du nimmst alles mit.
Momentum entsteht nicht an einem Datum. Es entsteht, wenn du immer wieder zurückschaust, was funktioniert hat und was nicht, und dich danach ein Stück weiter in die Richtung bewegst, in die du willst. Das ist kein Ritual für Silvester. Das passiert laufend, Woche für Woche.
Der Jänner erbt also nur, was du im Oktober, November und Dezember angelegt hast. Genau deshalb sind die nächsten Wochen so wertvoll. In ihnen entscheidest du, womit dein nächstes Jahr startet.
In der Beratung habe ich das jedes Jahr gesehen. Die Unternehmen, die gut ins neue Jahr gestartet sind, hatten ihre Entscheidungen im Herbst getroffen. Im Jänner haben sie nur noch umgesetzt.
Ein Plan ist noch keine Entscheidung
Ein Jahresplan fühlt sich produktiv an. Du sitzt mit Notizbuch und Kaffee da, vielleicht mit einem schönen Template, und schreibst auf, was alles anders werden soll. Danach geht es dir besser.
Nur hat sich in deinem Kalender nichts verändert. Am Montag sieht deine Woche genauso aus wie letzte Woche.
Eine Entscheidung erkennst du daran, dass sie etwas kostet. Sie streicht etwas. Sie sagt jemandem ab. Sie blockiert eine Stunde in deinem Kalender. Ein Plan kann das alles auf später verschieben. Eine Entscheidung kann das nicht.
Drei Entscheidungen für die nächsten elf Wochen
Bis Silvester sind es noch elf Wochen. Das reicht, um drei Dinge zu entscheiden:
1. Womit hörst du auf? Eine Sache, die du nächstes Jahr nicht mehr machen willst. Das Angebot, das sich nicht mehr richtig anfühlt. Die Kundin, die nicht mehr passt. Der Kanal, der dich mehr Zeit kostet, als er bringt. Hör jetzt damit auf. Im Jänner wird es nicht leichter.
2. Welche Routine startest du diese Woche? Nur eine. Meine Empfehlung ist eine fixe CEO-Stunde pro Woche: eine Stunde, in der du am Business arbeitest statt im Business. Gleicher Tag, gleiche Uhrzeit, im Kalender eingetragen wie ein Kundentermin. Wenn du sie bis Dezember zehnmal gemacht hast, ist sie im Jänner kein Vorsatz mehr. Dann ist sie Gewohnheit.
3. Welche Entscheidung liegt am längsten auf deinem Tisch? Du weißt, welche ich meine. Die, die du ins neue Jahr schieben willst, weil sie „dann besser passt”. Im Jänner passt sie nicht besser. Sie ist dann nur drei Monate älter. Triff sie mit 80/80: 80 % Klarheit über 80 % der Informationen reichen, solange du die Entscheidung wieder umkehren kannst.
Das ist kein Hustle
Damit wir uns richtig verstehen: Ich sage nicht, dass du im Herbst noch einen Gang hochschalten sollst. Eher das Gegenteil.
Wer jetzt entscheidet, muss im Jänner nicht mit Vollgas starten. Die Richtung steht schon, die Routine läuft, die alte Entscheidung ist erledigt. Du gehst ruhiger ins neue Jahr. Nicht gehetzter.
Für diese Woche
Nimm dir 30 Minuten. Schreib die drei Antworten auf, auf Papier und nicht nur im Kopf. Und trag gleich danach die erste CEO-Stunde in deinen Kalender ein.
Wenn du nicht weißt, welche Entscheidung zuerst dran ist: Im Workbook „The 7 Decisions Your Business Is Waiting On” findest du die sieben, die bei den meisten Business Owners gerade warten.
Dein nächstes Jahr beginnt nicht am 1. Jänner. Es beginnt in dem Moment, in dem du entscheidest.
— Iva